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02. September 2022

Mehr Schüler, aber weniger Lehrer

Direktorin Ursula Hebel-Zipper steht im noch leeren Lehrerzimmer der KSS. Ab Montag wird hier wieder Betrieb sein. © Holger Pegelow

 

Der bundesweite Lehrermangel macht sich auch in Karben bemerkbar. An eine der größten Schulen des Kreises gehen ab Montag zwar rund 150 Kinder mehr, diese werden aber von weniger Lehrern und Lehrerinnen unterrichtet als im vorherigen Schuljahr. Und die notwendigen Container sind auch nicht da. Kreative Lösungen sind also gefragt.

Das große Foyer ist noch ebenso fast menschenleer wie der Schulhof. An der Kurt-Schumacher-Schule in Karben sind noch Sommerferien. Wenige Tage vor dem Ende der großen Ferien trudeln im Lehrerzimmer aber einige der Pädagoginnen und Pädagogen nach und nach ein. Währenddessen herrscht im voll besetzten Sekretariat und in den Zimmern der Schulleitung reger Betrieb. Das neue Schuljahr 2022/23 will vorbereitet sein. Dafür gibt es jede Menge Arbeit für Direktorin Ursula Hebel-Zipper, ihren Stellvertreter Simon Claus und die neue Leiterin des Hauptschulzweiges, Julia Scheld.

Lehrer müssen zwei Fächer unterrichten

Stark gestiegene Schülerzahlen haben vielfältige Auswirkungen auf die Planung. So hat die KSS nach Angaben von Hebel-Zipper »alles versucht, um neue und zusätzliche Lehrkräfte zu gewinnen, aber vergebens«. Der Lehrermangel mache sich auch in Karben bemerkbar. »Wir hatten so viele Stunden wie nie nicht abgedeckt.« Außer in Deutsch, PoWi und Geschichte fehlten in fast allen anderen Fächern Lehrkräfte. Waren im vergangenen Schuljahr noch 118 Lehrkräfte für 1425 Schüler tätig, sind es im neuen Schuljahr 116 Lehrkräfte für 1570 Schüler. »Ich hätte gerne noch Lehrkräfte für Spanisch, Ehtik und Religion, Kunst und Musik sowie Physik und Mathe«, sagt die Direktorin.

Deshalb waren während der Ferien kreative Lösungen gefragt. Und sie wurden gefunden. »Es ist gut, dass alle Lehrkräfte zwei Fächer haben, dann konnten wir den Pflichtstundenplan doch abdecken.« Das bedeute aber auch, dass für die Arbeitsgemeinschaften keine festangestellten Pädagoginnen und Pädagogen zur Verfügung stünden.

Steigende Schülerzahlen machen aber auch zusätzliche Räume notwendig. Da dieses Problem bereits seit gut einem Jahr bekannt ist, hatte die Stadt Karben die Planung und Ausschreibung für Unterrichtscontainer übernommen. Geplant war, diese Container auf der kleinen Grünfläche zwischen Aula und Altbau aufzubauen. In den Sommerferien stellte sich laut Hebel-Zipper jedoch heraus, dass exakt unter der Grünfläche eine Fernwärmeleitung verläuft, die nicht überbaut werden darf. Die Container sollen, wenn sie denn mal kommen, auf der Freizeitfläche am Aufgang zum Neubau der KSS aufgestellt werden. Die jetzt dort stehenden Tischtennisplatten sollen auf das Areal zwischen Aula und Altbau.

Apropos Altbau: Die Sanierung des Gebäudes wird laut Schulleiterin rechtzeitig zum Schuljahresbeginn fertig sein. Am Wochenende sollen die Räume geputzt werden, sodass sie ab Montag zur Verfügung stehen.

Zwei Klassenräume in der Aula

Um die fehlenden Räume zu ersetzen, hat man mehrere Lösungen gefunden: Man wird einen Clubraum im Bürgerzentrum nutzen, die Wohnung des Hausmeisters auf dem KSS-Gelände wird umgebaut, ein aktuell nicht genutzter Container an der Selzerbachschule in Klein-Karben soll genutzt werden und auch aus der Aula werden zwei Klassenzimmer gemacht. Gleich nach der jüngsten Gesamtkonferenz, die am Freitag in der Aula stattgefunden hat, haben die Arbeiten begonnen.

 

Mehr Schüler, aber weniger Lehrer | Wetterauer Zeitung 02.09.2022

 

 

 

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