
Die Karbener Kurt-Schumacher-Schule ist jetzt stolze „Deutsche Schachschule“. Im Rahmen eines kleinen Festaktes erhielt sie am Montag das Qualitätssiegel der Deutschen Schachjugend in Silber.
Karben – Dass Schach an der Kurt-Schumacher-Schule eine große Rolle spielt, sieht man beim ersten Blick in die Aula. Nicht nur weil „Wir sind Deutsche Schachschule“ auf dem Banner über der Bühne steht, sondern weil Pokale sowie 24 Tische mit Schachbrettern und -figuren bereitstehen, an denen sich die ersten Schülerinnen und Schüler für das schuleigene Schachturnier warmspielen, das im Anschluss an den Festakt stattfindet. Schulleiterin Ursula Hebel-Zipper, die den kleinen Festakt eröffnet, freut sich über die Auszeichnung. Die sei „mehr als verdient“, denn die Kurt-Schumacher-Schule blicke auf eine lange Schachgeschichte zurück.
Zu verdanken sei sie Simon Claus. Der stellvertretende Schulleiter habe vor über 20 Jahren, als er als Referendar an der Schule begann, den Schachsport eingeführt und eine in mehrere Gruppen aufgeteilte Schach-AG gegründet. Zudem ist er Landesschulschachreferent in Hessen und organisiert Schulschachturniere. Das Qualitätssiegel in Silber wird zeitlich befristet verliehen und ist gültig bis 2029. Es sei eine „sehr große Ehre“, solche Siegel überreichen zu dürfen, sagt Finn Petersen, der Vorsitzende der Deutschen Schachjugend. Denn die Siegel zeichneten außergewöhnliche Arbeit aus. Die KSS sei die erste Schule in der Wetterau, die eine solche Auszeichnung erhalte, so Bürgermeister Guido Rahn, selbst ehemaliger Schüler dort, der den Schülerinnen und Schülern als Anerkennung Gutscheine mitgebracht hatte. „Es sind alles wunderbare Menschen, mit denen es eine große Freude ist zu arbeiten. Die Auszeichnung zeigt, dass wir vieles richtig gemacht haben“, sagt Simon Claus. Wichtig sei die Freude am Spiel, alle sollen in der Schach-AG das bekommen, was sie möchten: einfach nur Schachspielen, Taktikaufgaben lösen oder auch an Turnieren teilnehmen. Auch dabei war die KSS schon erfolgreich, nahm mehrmals an deutschen Schulschachmeisterschaften teil und wurde 2024 beim hessischen Schulschachpokal erstmals Oberstufen-Hessenmeister. Auch Simon Claus ist stolz auf das Qualitätssiegel „Deutsche Schachschule“, das nur zwölf hessische Schulen tragen – wenige in Gold, sechs in Silber, der Rest in Bronze. Sein Ziel ist, in fünf Jahren das Qualitätssiegel in Gold zu erhalten. Für Gold fehlte schon diesmal nicht viel, sagt Schulleiterin Ursula Hebel-Zipper. Dafür müsse Schach noch mehr in den Unterricht eingebunden und mit einem Lehrplan hinterlegt werden.
Doch jetzt trägt die KSS bis 2029 erst einmal das Qualitätssiegel „Deutsche Schachschule“ in Silber, was die Plakette gleich am Haupteingang zeigen werde, wo sie „gebührend präsentiert“ werde, so Simon Claus. Nach dem Festakt stärkten sich die rund 50 Teilnehmenden des schuleigenen Schachturniers – wenige Schülerinnen, zahlreiche Schüler sowie zwei Lehrer – mit Pizza und Muffins, um sich dann an den 24 Tischen zum 15-Minuten-Schnellschachturnier einzufinden. Die Zahl der Schach spielen den jungen Leute wachse, sagt Finn Petersen von der Deutschen Schachjugend. Dem Verband gehören über Vereine mehr als 30000 Kinder und Jugendliche an. Dazu beigetragen habe das Online-Schach während der Corona-Pandemie, aber auch die Erfolge des 21-jährigen Vincent Keymer, dem bisher jüngsten deutschen Schachgroßmeister und derzeit Fünften der Weltrangliste, und des 29-jährigen Matthias Blübaum, Europameister und qualifiziert für das Kandidatenturnier zur diesjährigen Schachweltmeisterschaft. Die beiden seien eine schöne Werbung für den Sport und Vorbilder für den Nachwuchs – wie auch engagierte Lehrkräfte wie Simon Claus.
Lesen Sie den Artikel von Christiane Kauer hier in der FNP und hier in der WZ vom 05.03.2026.