
Wie können wir in Europa und damit in unserem Land den Frieden sichern? Diese Frage ist in den letzten Monaten und Jahren zu einer der zentralen Frage in unserem Land geworden. Eine Antwort darauf ist die Neuorganisation der Bundeswehr. Ein erster Schritt dazu ist die Erfassung junger Menschen, die in diesem Jahr ihre Volljährigkeit erreichen. Dazu verschickt die Bundeswehr etwa 700 000 Briefe. Ziel ist es, so mehr Freiwillige für den Wehrdienst zu mobilisieren. Junge Männer sind verpflichtet auf das Anschreiben zu antworten. Frauen können das freiwillig tun. Mit dieser Anfrage der Bundeswehr ergibt sich für junge Menschen, die in der Regel in Ausbildung sind oder Schulen besuchen eine neue Situation und eine Reihe von Fragen. In Gesprächen der Karbener Initiative "Wir vereint für Frieden und Freiheit in Karben" mit Schülerinnen und Schüler wurden beispielsweise folgende Fragen formuliert:
- Bringt diese Aktion mehr Teilnehmer für die Bundeswehr?
- Brauchen wir überhaupt eine Armee und Krieg um unsere Werte zu verteidigen?
- Kann die Bundeswehr in kurze Zeit überhaupt den heutigen Anforderungen entsprechend qualifiziert ausbilden?
- Ist der Wehrdienst verlorene Zeit?
Um diese und Fragen zur Neuorganisation zu beantworten, veranstaltet die Initiative "Wir vereint für Frieden und Freiheit in Karben" in Zusammenarbeit mit der Kurt-Schumacher-Schule
am 20. April 2026, um 19.00 Uhr im Bürgerzentrum Karben,
eine Informations- und Austauschveranstaltung. Eingeladen sind Jugendlichen, ihren Eltern und interessierten Bürger*innen.
Dazu werden Hauptmann Henrik May, Jugendoffizier der Bundeswehr, Manfred Werner von der DFG-VK, Anja Ludig, Schottener Soziale Dienste gGmbH sowie Schülerinnen und Schüler der Kurt-Schumacher-Schule zunächst auf einem Podium informieren. Anschließend sollen die Besucher*innen die Möglichkeit haben, sich in kleinen Gruppen an Tischen über das Gehörte auszutauschen. Die Veranstalter wünschen sich, dass diese Veranstaltungen den jungen Menschen hilft, ihre Entscheidung zur Friedenssicherung zu finden.
Zunächst sollen die Mitglieder des Podiums, Hauptmann Henrik May, Jugendoffizier der Bundeswehr, Manfred Werner von der DFG-VK, Anja Ludig, Schottener Soziale Dienste gGmbH sowie Schüler*innen der Kurt-Schumacher-Schule max. in 10 Minuten ihre Position darlegen. Dabei sollten Sie sich auf die Fragen und Statements, die von Schülerinnen und Schüler einer 12. Klasse der Kurt-Schumacher-Schule während des Unterrichts zum neuen Wehrdienstgesetzes verfasst wurden, beziehen.
- Ist es mir wert, für unser jetziges System zu sterben?
- Es leuchtet mir nicht ein, warum man einen Menschen (mit „unantastbarer Würde“) dazu zwingen möchte in den Krieg zu ziehen.
- Warum sollte eine Wehrpflicht nötig sein? Wie wahrscheinlich ist ein Krieg, bei dem die Bundeswehr zum Einsatz kommt?
- Die Briefe von der Bundeswehr sind okay, aber niemand sollte gezwungen werden.
- Wäre ein Zivildienst so hilfreich/ähnlich hilfreich wie eine Wehrpflicht?
- Lieber ein Jahr in einem Bereich sicher helfen, als sich bei einem möglichen Krieg in Gefahr bringen, nur wegen irgendwelcher Pflichten.
- Ich finde die Frage wichtig, ob ein Krieg mit ausgebildeten Soldaten so viel Sinn macht, wenn Kriege heutzutage mit Drohnen und anderen Mitteln geführt werden. Ich verstehe nicht den Grund, wofür wir ausgebildet werden müssen.
- Bringt ein Jahr Wehrpflicht überhaupt etwas oder braucht man mehr Zeit, um alles zu lernen?
- Wie viel verpasst man wirklich, wenn man ein Jahr Wehrpflicht hat?
- Hat sich das Jahr, welches für viele für ein „verlorenes Jahr“ steht, im Nachhinein gelohnt?
- Kann man in dem einem Jahr genug lernen, um man als „ausgebildet“ bezeichnet werden kann?
- Was würde passieren, wenn alle kollektiv den Dienst sowohl in der Armee als auch z.B. im Krankenhaus verweigern würden?
- Wie will man Tausende von Menschen zwingen?
Anschließend können aus dem Plenum Fragen an die Referent*innen gestellt werden.
In einer 2. Runde kann über die Standpunkte und Informationen an Tischen diskutiert
werden.